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- INTERNATIONAL PRESS and RADIO - 8/8 -

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AUGUST 2008

Le pianiste Julien Quentin parle de David qu’il a accompagné au Verbier Festival 21 août french15a1c4a

 

JULY 2008

David Garrett im Gespräch mit Philipp Schmid 30 Juli german52b1a4a2a

David Garrett und Band mit Hofer Symphonikern in Regensburg, 17 Juli german52b1a4a2

David Garrett, quel violinista è un fuoriclasse, 14 Luglio 2008 italian1b1a1a1

 

JUNE 2008

 

ECHO Klassik 2008 Winners Revealed , 25th June english12a1a

DAVID GARRETT „Musik ist Liebe“, 12 juni german52b1a4a

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Le pianiste Julien Quentin parle de David qu’il a accompagné au Verbier Festival:

“J’ai tout de suite décelé un personnage attachant aux multiples talents”.

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(...)

ResMusica : Vous jouez demain ici à Verbier avec David Garrett, un violoniste qui a fait parler de lui ces derniers temps. La semaine dernière, vous avez joué le même programme avec lui à Florence. Comment s’est passé votre rencontre?

Julien Quentin : Je l’ai rencontré pour la première fois à Berlin après son spectacle en tournée avec ses musiciens. J’ai été vraiment très surpris de la qualité de son jeu. Il m’a dit ensuite : « J’espère que tu voudras toujours jouer avec moi!» A cela j’ai répondu : «Oui, je pense que ça va aller!» en réponse à son concert avec ses propres arrangements, mélangeant classique et rock avec son groupe où il a remarquablement bien joué. J’ai tout de suite décelé un personnage attachant aux multiples talents. Et puis nous nous sommes retrouvé il y a une semaine, la veille de notre concert en Italie. L’après-midi, on a répété un peu plus de deux heures. Finalement, nous avons peu travaillé car tout s’est bien mis en place. Le lendemain, après un petit soundcheck dans cette jolie cour du musée Bargello à Florence, nous étions prêts pour le concert. C’est très appréciable quand cela se passe ainsi. Ce n’est pas toujours évident, cela dépend de l’artiste et du programme.

RM : Souhaitez-vous encore faire des choses ensemble?

JQ : Bien sûr, si cela se présente, sans hésiter. Nous nous sommes bien entendus et surtout bien trouvés.

(...)

(source: Resmusica, 21 août 2008, http://www.resmusica.com/article_5688_entretien_pianiste_julien_quentin__c_est_a_notre_generation_de_depoussierer_.html)

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Zwischen Pop und Klassik eine Brücke bauen

David Garrett im Gespräch mit Philipp Schmid

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"Er hat das Zeug zur Legende. In ihm befindet sich eine ganze Sammlung an meisterhafter Violinkunst, dargebracht mit einer gleichermaßen Furcht erregenden wie unbegreiflichen Schönheit", bejubeln Kritiker den Geiger David Garrett. Am 30. Juli ist er zu Gast in der Sendung "Klassik à la carte" auf NDR Kultur.

Steile Karriere

Als David Bongartz 1980 in Aachen als Sohn eines Juristen und passionierten Geigenlehrers und einer amerikanischen Primaballerina geboren, begann David Garrett bereits mit vier Jahren, Geige zu spielen. Im Alter von neun hatte er seinen ersten Auftritt mit einem großen Orchester, als Teenager nahm ihn die Deutsche Grammophon unter Vertrag. Der Jugendliche nahm den Geburtsnamen seiner Mutter als Künstlernamen an und feierte als Solist große Triumphe. Yehudi Menuhin beispielsweise bezeichnete ihn als größten Violinisten seiner Generation.

Bruch

Gegen den Wunsch seiner Eltern ging David Garrett nach New York und studierte in der Meisterklasse von Itzhak Perlman an der Juilliard School of Music. Er habe sich vom Einfluss der Eltern befreien und auf eigene Füße stellen wollen, so David Garrett, der abwechselnd auf einer Stradivari aus dem Jahr 1720 und einer Guadagnini von 1772 spielt, die allerdings im Dezember 2007 bei einem Sturz nach einem Konzert beschädigt wurde.

Crossover

2007 erschien David Garretts erstes Crossover-Album "Virtuoso" mit großen Melodien aus unterschiedlichen Genres: populäre Klassikstücke wechseln sich ab mit romantischen Filmmusiken. Neben eigenen Kompositionen enthält das Album auch eine symphonische Adaption des Metallica-Stücks "Nothing Else Matters".

Interview von David Garrett german52b1a4a1b : music1

quelle: Klassik à la carte , 30.07.2008, http://www.ndrkultur.de/programm/sendungen/klassik_a_la_carte/studiogastgarrett100.html

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17th July 2008
Germany
Regensburg, Thurn und Taxis Schlossfestspiele
conductor: Gil Shohat
Hofer Symphoniker Orchester
MENDELSSOHN Violin Concerton E minor, Op. 64
THE DAVID GARRETT-BAND:

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Tief empfunden und mitreißend gestaltet

David Garrett und Band mit Hofer Symphonikern bei Thurn und Taxis Festspielen in Regensburg

Regensburg. David Garrett hat es geschafft, dass die Jugend wie sonst nie in einem Konzert vertreten war, das zur Hälfte eindeutig klassische Musik enthielt. Die andere Hälfte dieser bemerkenswerten Veranstaltung der Thurn und Taxis Festspiele in Regensburg war eigentlich ebenso klassisch, zumindest was die Mehrzahl der gespielten Stücke betraf. Etwas Entscheidendes kam hinzu, nämlich der eigene Stil, den David Garrett entwickelt hat.

Sentiment und Traum

Als Einstimmung die schön gespielte Ouvertüre zum "Barbier von Sevilla" von Gioacchino Rossini, dann betrat der Mann das Podium, dessen Erscheinen bejubelt wurde: David Garrett. Er schaffte es, schon im sehnsüchtigen Hauptthema des Violinkonzerts e - moll op 64 von Felix Mendelssohn-Bartholdy die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Mit Sentiment und innigem Empfinden riss er die Zuhörer mit und gestaltete den Appassionato-Satz als Seelendrama, das Andante als unendliche Melodie mit sehnsuchtsvollem Mittelteil, den Schluss - Satz als rastlos vorbeihuschende, filigran schwerelose Traumdarstellung. Vielleicht war nicht jeder Ton so makellos wie einer von Anne Sophie Mutter, sicher aber tief empfunden, nicht aufgesetzt, sondern ganz ehrlich gemeint und die Hörern direkt packend. Die Musiker aus Hof und ihr Dirigent Gil Shohat waren dabei stets aufmerksame und den Solisten unterstützende Partner.

David Garrett und Band mit Hofer Symphonikern bei Thurn und Taxis Festspielen in Regensburg

Spezielle Arrangements

Nach der Pause wurden die Symphoniker abgelöst von Giorgio Serci, Gitarre, John Haywood am Klavier und Jez Wiles, Schlagzeug, die nun zusammen mit David Garrett als Band musizierten. Die Stücke, die sie darboten, sind zumeist Evergreens. In der Spielweise der David Garrett Band, im speziellen Arrangement, das den Melodien zuteil wurde, klingen sie modern.

Etliches kannten die Zuhörer schon von der CD, wie beispielsweise "La Califfa" von Morricone, den "Csardas" von Monti, die Titelmelodie von "Beim Sterben ist jeder der Erste". Anderes wiederum bekommt ein neues Tongefühl, so "Der Sommer" op 8/2 von Antonio Vivaldi, dessen Finale durch die neue Klangmischung einen hinreißenden Schwung erhält. Vivaldi hätte es heutzutage so und nicht anders komponiert.Der "Hummelflug" von Rimsky-Korsakoff brachte Garrett schließlich sogar einen Eintrag ins Guinness - Buch der Rekorde ein: 13 Noten in einer Sekunde, niemand außer ihm kann so viele Noten in so kurzer Zeit spielen. Natürlich musste die Geige von David Garrett verstärkt werden. Aber sonst hätte sie keine Chance gehabt gegenüber den anderen Instrumenten. Und Garretts Ton klang immer noch klar und rein.

Bei "Hora Staccato" von Dinicu/ Heifetz und der "Carmen-Fantasie" von Bizet/Waxman war dieses Aufgehen in der Musik besonders hörbar. Frenetischer Beifall, die jungen Leute jauchzten, die Älteren klatschten. Und alle waren begeistert, wunderschöne Musik bei nur fünf Minuten Regentropfen erlebt zu haben.

(Quelle: Reinhold Tietz ,19/07/2008, http://www.oberpfalznetz.de/onetz/1466770-131-tief_empfunden_und_mitreissend_gestaltet,1,0.html#top)

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David Garrett, quel violinista è un fuoriclasse

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David Garrett, il violinista che ha lavorato anche con il maestro Mehta, ha incantato il pubblico al museo del Bargello. Musicisti ospiti estasiati nell’ascolto di un artista unico nel suo genere

Firenze, 16 luglio 2008 - "Sono deluso, seccato di essere venuto da solo a Firenze. Ho dentro di me l’inquietudine di non poter condividere il mio ruolo con qualcuno proprio qui, nella città che amo tanto e dove torno con felicità". Così David Garrett, il violinista con i capelli biondi e gli occhi azzurri, il profeta del motto: "la musica ha una carica erotica". Non sarà più tanto facile avvicinarlo da qui a un paio d’anni. Quando anche la 'politica della cultura' buon ultima, si renderà conto della genialità, della bravura, del dono di Dio che ha nelle mani e nell’anima un fuoriclasse del violino come lui. Un fuoriclasse come può essere Valentino Rossi: anche se uno non capisce niente di moto sente che lui è diverso da tutti, che è un genio. Ecco cos’è David Garrett, l’altra sera mezz’ora secca di applausi al museo del Bargello, gente in piedi che non se ne andava. Musicisti ospiti estasiati nell’ascolto di un artista unico nel suo genere.

 Garrett, come è iniziata la sua avventura musicale tra violini di valore come Stradivari e Guarnieri?

"Ho un fratello più grande che suonava, ho ricalcato le sue orme. E ho mio padre, esperto di liuteria ad alto livello. E’ una vita che sto in mezzo alla musica. Per me è stato facile".

Lei spazia con naturalezza dalla musica barocca al moderno. Come fa?

"E’ una cosa naturale per me. Anche se la mia grande passione è la musica da camera, tra i pianisti con cui collaboro i sono Golan, Gortler Cernyavska. Ma quello che mi sta particolarmente a cuore è riuscire ad entusiasmare i giovani per i concerti di musica classica. Per questo ho recentemente inciso un cd con la Decca 'Free' che ha proprio la finalità di stabilire un contatto coi più giovani con composizioni di pezzi e melodie di cui mi sono sempre occupato".

Un look fresco, camicia e jeans, un viso candido e i capelli raccolti in un codino...studiato?

"Assolutamente no. Io sono così al naturale. Ma ho avuto un’esperienza anche come fotomodello a New York e forse questo mi torna utile oggi davanti a una platea".

Lei è nato nel 1981 a Aquisgrana, in Germania: a quando risale la sua prima apparizione?

"Avevo 10 anni ed ero con l’Orchestra filarmonica di Amburgo sotto la direzione di Gerd Alberecht. Ma è stato importante poi lavorare anche con la grande violinista polacca Ida Haendel che ha aiutato molto la mia formazione artistica"

Cosa ricorda della collaborazione col maestro Mehta?

"Tutto, ricordo una cosa bellissima, una grande esperienza a Milano a febbraio scorso, e in Israele dove con l’Orchestra filarmonica di Iscraele ho tenuto undici concerti. Un’esperienza molto bella, indimenticabile".

Qui a Firenze lei ci è arrivato con il maestro Giuseppe Lanzetta conosciuto in Germania. Stasera sarete insieme al Bargello con l’Orchestra da Camera Fiorentina...

"Sì e sono molto felice di questo. Con lui suono benissimo e sono felice di quello che riusciamo a fare insieme".

Cosa vede nel suo futuro?

"Io sono uno a cui piace quello che fa, che prende la vita come va, con tutto quello che gli si presenta. E che non ha pretese nei confronti del futuro. Per ora va bene così".

fonte: Titti Giuliani Foti, Firenze, 16 luglio 2008 , http://lanazione.ilsole24ore.com/firenze/2008/07/16/104885-david_garrett_quel_violinista_fuoriclasse.shtml

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ECHO Klassik 2008 Winners Revealed

 

Violinists Nigel Kennedy and David Garrett, together with soprano Cecilia Bartoli and tenor Jose Carreras, are among the winners of the 2008 edition of the ECHO Klassik awards.

The classical music gala will be held at the Philharmonie im Gasteig in Munich on Oct. 19, where trophies were 49 awards will be presented in 23 categories. The ZDF television station will broadcast the event under the title "ECHO der Stars" from 10pm on the same evening.

The winners are chosen by a jury consisting of members of industry body the German Recording Academy (Phono-Akademie), along with representatives from the world of politics, culture and media.

(...)

In the category "Klassik ohne Grenzen" ("Classic without Borders"), David Garrett numbers among the winners with the album "Virtuoso" (Warner Music/DEAG Music).

(...)

Eligible recordings must have had release between Jan. 1, 2007 and March 31, 2008 and received at least two outstanding reviews in the media.

 

source: Global , Wolfgang Spahr, Hamburg, June 25, 2008

http://www.billboard.biz/bbbiz/content_display/industry/e3if5a0f00055e9f6bcb661521590ce196a

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DAVID GARRETT 

„Musik ist Liebe“

 

german52b1a4a1 Begabt, schön, erfolgreich. Und männlich. Der Ausnahmegeiger erobert die Konzertpodien der Welt. Sogar Jugendliche lauschen seinem Spiel. Muss er dafür Kompromisse machen?

Rheinischer Merkur: Herr Garrett, früher wurden Sie als Wunderkind gefeiert, heute stehen Sie dem Begriff eher kritisch gegenüber...

David Garrett: Ich habe von klein auf knochenhart dafür gearbeitet. Aber zur Vermarktungsstrategie gehört, dass das Publikum nichts davon merken soll. Die Plattenfirma kann ja nicht sagen: Wir haben hier jemanden, der wird täglich stundenlang getriezt. Wer geht schon in ein Konzert, wenn er weiß, auf der Bühne sieht es zwar gut aus, aber hinter der Bühne gibt es Knüppelsuppe?

RM: Aber Fleiß ohne Begabung und Faszination geht dann auch wieder nicht?

Garrett: Richtig. Es muss eine Begabung da sein, sonst kannst du drillen ohne Ende und machst dabei nur etwas kaputt. Der Drill macht sowieso schon viel kaputt, aber wenn die Begabung da ist, dann kannst du es aushalten, weil du weißt, dass es funktioniert.

RM: Müssen Sie sich auf das Standardrepertoire, also Bach, Mozart, Brahms, überhaupt noch vorbereiten?

Garrett: Ich bereite mich immer neu vor und nehme nie die alten Noten, sondern besorge mir immer neue. Denn alte Noten bedeuten: alte Fingersätze, alte Bindungen, alte Herangehensweisen. Man muss praktisch immer wieder bei Null anfangen. Man muss sich wirklich für jedes Stück Zeit nehmen, dann findet und ändert man auch Sachen. Und zwar ändert man sie dann ganz bewusst, weil man genau weiß, warum man sie ändert. Und das ist ganz wichtig.

RM: Geigern wie Anne-Sophie Mutter und Gidon Kremer wurden Violinkonzerte gewidmet. Wie müsste sich ein Konzert für Sie anhören?

Garrett: Ein guter Freund von mir, Gil Shohat, der Musikalische Direktor des Israel Chamber Orchestra, schreibt gerade etwas für mich. Ich bin ja ein Riesenfan der russischen Spätromantik, also Tschaikowski, Rachmaninow. Das ist Musik, bei der mein Herz aufgeht. Ich habe zu Gil gesagt, schreib Melodien, die ans Herz gehen. Die Geige ist ein Instrument, das der menschlichen Stimme so nahe ist, und deshalb muss es emotional sein. Also nicht nur rhythmische Phrasen und alles abgehackt, sondern symphonisch und mit großen Bögen. Diese Anweisung habe ich ihm gegeben, ob er sich daran hält, ist wieder eine andere Frage.

RM: Hilary Hahn hat jüngst das Violinkonzert von Schönberg eingespielt. Wären die Zwölftöner etwas für Sie?

Garrett: Prinzipiell schon, aber momentan wäre das nicht der richtige Zeitpunkt. Ich bin gedanklich noch eher bei Mozart, Bach, Beethoven und Brahms. Wenn ich irgendwann Langeweile verspüre und auf der anderen Seite das Interesse da ist, mich in diese Richtung weiterzuentwickeln, klar, dann auf alle Fälle.

RM: . . . oder hat es vielleicht damit zu tun, dass sich CDs mit atonalen Stücken nicht so gut verkaufen?

Garrett: Das hat nichts mit Verkaufen zu tun. Zumindest nicht bei mir. Was glauben Sie, wie viele Leute davon abgeraten haben, die „Virtuoso“-CD zu machen?

RM: 99 von 100.

Garrett: Es waren neunundneunzigeinhalb. Nein, mit Verkauf hat das wirklich nichts zu tun. Auf der anderen Seite bewundere ich Hilary Hahn, dass sie die Plattenfirma dazu überreden konnte, eine solche CD zu machen. Die Grammophon hat sich garantiert nicht einladend dazu geäußert, das können Sie mir glauben. Die wollten bestimmt lieber Vivaldis Vier Jahreszeiten von Hilary . . .

RM: Können Sie sich vorstellen, auch die weniger populären Stücke für Solovioline wie etwa die Sonaten von Max Reger aufzuführen oder auf CD einzuspielen?

Garrett: Das Musikgeschäft ist nicht mehr so wie vor 25 Jahren, wo jede CD sich in der Regel auch ein paar tausend Mal verkaufte. Wenn du heutzutage etwas Unpopuläres machen möchtest, musst du unglaublichen Erfolg haben, um es durchzudrücken. Es gibt sicherlich viele Projekte, die ich sehr gerne machen möchte. Ob das die Violinsonaten von Ernst sind, die ich absolut phantastisch finde . . .

RM: . . . von wem?

Garrett: Von Heinrich Wilhelm Ernst, einem Zeitgenossen von Paganini, aber noch ein Stück härter von der Gangart. Solche Sachen faszinieren mich, die würde ich auch super gerne aufnehmen, aber ich finde keine Plattenfirma, die das mit mir machen möchte.

RM: Was denken Sie, wenn nicht nur Jugendliche, sondern auch Kinder in Ihre Konzerte kommen?

Garrett: Da freue ich mich riesig. Ich bin mit sieben Jahren auch in Konzerte gegangen, so gesehen finde ich das ganz normal. Andererseits ist mir durchaus bewusst, dass es ungewöhnlich ist, aber ich wünschte, es wäre die Norm. Gerade weil man als Kind Musik ganz unmittelbar und intuitiv aufnimmt. Wenn du zum Beispiel nie ein Buch liest, bis du 16, 17 Jahre alt bist, dann wird es schwierig, sich damit zu befassen. Deshalb ist es wichtig, das Ohr so früh wie möglich in viele verschiedene Richtungen zu trainieren, also nicht nur Klassik zu hören, nicht nur Pop.

RM: Zurzeit reisen Sie ständig in der ganzen Welt herum, schlafen wenig. Leidet da die Konzentrationsfähigkeit?

Garrett: Nein, in dem Moment, in dem du die Geige in der Hand hast, bist du in dieser Glocke drin und dann konzentrierst du dich auch. Klar ist das manchmal etwas schwieriger, aber es ist mir noch nie aufgefallen, dass man deswegen schlechter spielt. Man muss sich halt ein bisschen mehr anstrengen, das ist richtig.

RM: Stellt sich bei Ihren vielen Auftritten nicht auch oft Routine ein?

Garrett: Routine ist etwas sehr Wichtiges. Routine bedeutet, dass dein Körper in jeder Situation weiß, was passiert. Selbst wenn du im Halbschlaf bist, musst du immer noch in der Lage sein, das Stück auf hohem Niveau zu spielen.

RM: Sie haben Ihr ganzes Leben mit Musik verbracht: Was bedeutet Musik?

Garrett: Musik ist ein Ausdruck von Liebe. Musik kann nie Hass sein. Musik ist immer eine positive Emotion. Sie kann traurig sein, aber sie ist immer die Hoffnung. Musik kann Gedanken zum Guten verändern kann. Wenn man große Musik hört wie die Quartette von Beethoven, kann man einfach nicht brutal sein. Zumindest hoffe ich das. Natürlich gibt es immer Ausnahmen.

RM: Welche Inspiration gibt es für Sie außerhalb der Musik?

Garrett: Auch wenn es sich vielleicht banal anhört: Frauen. Ich komme mir jetzt zwar vor wie in einem schlechten Film, aber es ist einfach so. Dabei meine ich nicht in erster Linie Sexualität, sondern die emotionale Beziehung. Es gibt ja nichts Schöneres, als wenn du jemanden von Herzen liebst. Diese Glücksgefühle, die du hast: Man will besser sein, als man eigentlich ist, und man hat plötzlich ganz andere Pläne und Motivation. Ich wüsste nicht, dass es irgendetwas anderes im Leben geben würde, was so erfüllend ist. Das muss in die Musik einfließen. Ebenso dürfte es bei den Komponisten gewesen sein, ich glaube nicht, dass Mozart etwas anderes hätte sagen können. Das Spiel zwischen Mann und Frau, diese ganze Chemie, das bestimmt unser Leben.

 

(Quelle: Burkhard Schäfer, 12.06.2008, http://www.merkur.de/2008_24__Musik_ist_Liebe.28571.0.html?&no_cache=1)

 

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